Hier auch einmal der Bericht über unsere Shalom-Wochenend-Freizeit, der an die Spender geschickt wurde. Viel Spaß damit!
Bis in die Dämmerung hinein wurden die Kinder mitsamt Gepäck, Decken und Kissen auf dem Gelände abgeladen und die allgemeine Aufregung war groß. Die Zehn- bis ca. Achtzehnjährigen waren sehr aufgredreht, schließlich war die Vorfreude auf dieses Wochenende groß gewesen und nun wurde es endlich Realität.
Für die Ankunftszeit gaben wir Fußbälle, Schläger mit Ball, Luftballons und viele weitere Dinge heraus, damit die Zeit bis zur vollendeten Ankunft aller Kinder überbrückt und die Aufgedrehtheit der Kinder etwas gedämpft werden konnte. Außerdem bauten wir unsere kleine Musikanlage auf und ich ließ ein bisschen "Localmusic" laufen, sodass sich unsere tanzfreudigen Teilnehmer auch in dieser Hinsicht auspowern konnten.
Nach dem Essen sollte das Abendprogramm folgen, auf dass sich schon alle sehr freuten, denn einige Kinder hatten schon etwas entdeckt: DVDs. Tatsächlich bauten wir in eine Art Gemeinschaftsraum in einem anliegendem Steingebäude einen Beamer mit Leinwand auf, es gab für jeden eine Tüte frisches, selbstgemachtes Popcorn gewürzt mit Salz, Essig und Gewürzpulver (diese Südafrikaner...), plus ein paar Keksen und dann wurde gemeinsam "Big Mommas House" geschaut, was für unser Publikum wirklich die perfekte Wahl war. Vor allem "Big Momma" sorgte für schallendes Gelächter unter den Zuschauern, schließlich hat die Protagonistin des Films sehr viel mit einer typischen, schwarzen Hausmama aus unserer Gegend gemeinsam. Das Ganze verpackt mit einer Prise einfachem Englisch mit Untertiteln, ein wenig primitivem, amerikanischem 0815-Komödienhumor und der den Kindern fernen Symphonie von Schwarz und Weiß - fertig war der perfekte Shalom-Film für das Abendentertainment.
Im kühlen Morgengrauen starteten die ersten Kinder am
nächsten Morgen gegen sieben mit dem Duschen, doch die Meisten mussten
wir aus dem Bett scheuchen, schließlich war der erste Abend und die
Nacht schon sehr anstrengend gewesen. Zum Frühstück gab es Cornflakes
mit Milch, Zucker und Kakao und dazu wahlweise Tee oder Saft. 20 Liter
Milch und viele, viele Cornflakes waren im Nu verbraucht und auch das
Saftkonzentrat, mit dem man aus einem Liter insgesamt 7 herstellen kann
(ich finde, es gibt da durchaus bessere Alternativen, aber ich bin ja
auch nicht Schwarz) war eine Delikatesse für die Kids.
Wir
starteten direkt nach dem Frühstück mit einem Kennenlernspiel, gefolgt
von einer Rallye, die acht Stationen umfasste. Für die Stationen hatten
wir uns im Voraus lange Gedanken gemacht und die nötigen Dinge extra
eingekauft oder von der Farm mitgebracht.
Die Kinder mussten als Team mit selbstausgedachtem Namen
verschiedene Aufgaben bewältigen, dessen Erfolg in unterschiedlicher Art
und Weise gemessen wurde. So musste man sich zu dritt auf zwei Kästen
den Weg über einen imaginären See mit Krokodilen bis zum anderen Ufer
erarbeiten, ohne gefressen zu werden, so schnell wie möglich einen
Slalomparkour durchqueren, ein Quiz mit unterschiedlichen Fragen
beantworten, als Gruppe aufeinander sitzend von A nach B kommen und eine
Spielkarte mit dem Mund so oft wie möglich an die anderen
Teammitglieder per Ansaugen weitergeben. Die witzigsten und hitzigsten
Stationen waren mitunter Station 7, an welcher man in einem Becher
Wasser vom einen Behälter in den anderen bringen musste, aber nur auf
dem Rücken krabbelnd zwischen den Beinen einklemmen durfte und eine
andere, in der jeder Teilnehmer ein Stück Murmelbahn bekam und das Team
im stehen die Murmel über eine gewisse Distanz, indem der Hinterste
immer so schnell wie möglich wieder nach vorne rennen musste, in der
Bahn zu halten. Vor allem das Wasserspiel hat zu großem Amusement
geführt, weil man durch das Verschütten des Wassers zwischen den Beinen
danach zu 100% so aussah, als hätte man sich in die Hose gemacht. Am
Ende der Rallye, nachdem jedes Team jede Station durchlaufen hatte,
wurden die Ergebnisse ausgewertet, deren Gewinner am Abend gekürt werden
sollten.
Am nächsten Morgen fing der Tag ähnlich an wie Samstag -
Duschen und dann Frühstücken. Dieses Mal gab es Brot (wie hier
ungetoastetes Toast genannt wird), Marmelade, Erdnussbutter, Saft, Tee
und für jeden zwei Eier.
Nach der sehr aufwendigen Säuberungsaktion (manche Kinder
sträubten sich da sehr) gab es noch einmal Mittagessen, gekochtes
Hähnchen mit Reis und Sauce, als Nachtisch ein paar Kekse für jeden.
Anschließend kührten wir noch den Müllsammelsieger und gaben den Jungs
und Mädels ihr Shalom-Abschiedsgeschenk: Einen Stoffbeutel mit
Trinkflaschen, Stiften, Büchern, Süßigkeiten, Luftballons, Popcorn,
Keksen, Stickern, und, und, und. Anschließend ging es teils auf den
Bakkie, teils ins Taxi, das außerdem noch den Anhänger mitsamt des
Gepäcks aller Teilnehmer hinter sich herzog.
In diesem Sinne vielen, vielen Danke an Euch, die ihr
dieses Wochenende erst möglich gemacht habt! Die Kinder und wir sind
Euch sehr dankbar dafür.
An dem Video bastelt Freddie nun fleißig, da wir aber
immens viel Videomaterial aufgezeichnet haben und Videos schneiden nicht
unbedingt eine fixe Sache ist, werde ich Euch schreiben, wenn es denn
soweit ist. (Anmerkung: Video fertig, auf dem Weg zu YouTube und zu Euch!)
Außerdem haben wir aufgrund Eurer regen und großzügigen
Beteiligung sehr viel Geld sammeln können, wovon wir nur die Hälfte für
Shalom ausgegeben haben. Wir erörtern momentan mehrere Möglichkeiten,
wie das Geld verwendet werden kann. Es sieht so aus, als würden wir in
den nächsten Ferien Anfang Juni mit den unter 10-jährigen einen
Tagesausflug in den Zoo machen, denn diese Gruppe wurde durch die
Altersbegrenzung von Shalom ausgeschlossen (Anm.: Siehe nächsten Blogeintrag). Höchstwahrscheinlich werden
wir die final übrigbleibende Summe an die Fahrradfabrik des MRDP, die
momentan hier auf der Farm ist, spenden. Die Fahrradfabrik hat 25 neue
Arbeitsplätze für Männer und Frauen der Quiet Living-Region geschaffen,
die nun von kontinuierlichen Mindestlöhnen profitieren können (was für
die Verhältnisse hier sehr viel ist!). Da die Fabrik aus dem Nichts
aufgebaut wurde, finanziell labil ist und leider keinerlei staatliche
Förderung bekommt, ist das Geld auch langfristig gesehen hier sehr gut
angelegt.
Möglicherweise werden wir aus dem
Shalomspendentopf auch noch ein Erste-Hilfe-Seminar realisieren oder
zumindest unterstützen, bei welchem Erzieherinnen der Kindergärten auf
den neusten medizinischen Stand gebracht werden sollen und außerdem die
nötige Ausrüstung erhalten sollen.
Falls Ihr noch weitere Fragen an mich habt, stellt sie gerne!!! -> jkhaba12@gmail.com
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